Ein Blog über
nachhaltige
Materialien,
nachhaltige
Produkte und
Zertifizierungen
in der
Innenarchitektur

01. September 2015

Bezugsstoff aus 100% Wolle mit Cradle to Cradle Zertifikat

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Der Stoff Gaja C2C von Gabriel aus Dänemark ist ein Bezugsstoff aus 100% neuseeländischer Wolle. Der Stoff ist der erste europäische Wollbezugsstoff mit Cradle to Cradle Zertifizierung. Er enthält keine Schwermetalle und ist kompostierbar.

Wolle ist antistatisch und natürlich flammhemmend. Die Prüfung für schwerentflammbarkeit nach En 1021 1&2 liegt vor, der Stoff kann also im öffentlichen Bereich eingesetzt werden. Die Farben und die Haptik sind überzeugend.

Bis jetzt gab es nur die Wollstoffe der Firma Pendleton aus den USA mit der C2C Zertifizierung. Im Bereich der synthetischen Bezugsstoffe gibt es die Stoffe der Serie Climatex von der Firma Gessner aus der Schweiz, dort werden die Stoffe zum Recyclen mechanisch wieder “entknotet” um an die einzelnen synthetischen Fasern zu kommen.

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12. August 2015

Schalterrahmen mit Linoleumoberfläche

Auch bei Schalterrahmen ist das Interesse an der Haptik und der Natürlichkeit der Oberflächen angekommen. Die Firma Gira hat ihr Schalterprogram um die Serie Esprit Linoleum – Multiplex ergänzt. Die Serie passt zu Einrichtungskonzepten mit klarer Formensprache und natürliche Materialien.

Mehr über Linoleum

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Haustechnik Nachhaltige Produkte

31. Juli 2015

Lehmwände im Lenbachhaus in München

Nach dem Umbau durch Sir Norman Foster habe ich das Lenbachhaus in München besichtigt. Der Umbau ist eine unglaublich gelungene architektonische Kombination von Alt- und Neubau. Faszinierende Elemente wie die spiegelfreie Scheibe im 1.Stock  zwischen dem alten und dem neuen Teil, die Treppengeländer, die Fassade – alles ein Kunstwerk. Aber das ist hier nicht mein Thema.

Entdeckt habe ich an den Wänden mit den wichtigsten Kunstwerken: Lehmputz. In verschiedenen Farben mit verschiedenen Zusätzen wurde er abgestimmt auf die Farben der Kunstwerke. Der Putz ist sehr gut verarbeitet, so dass eine schöne Tiefenwirkung und sanft changierende Farben erzielt werden. Diese Wirkung lässt sich nur durch Lehmputz erzielen, der ca. 2 mm stark aufgetragen wird. Durch Lehmfarbe erreicht man eine schöne matte Oberfläche, aber leider keine Tiefenwirkung.

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29. Mai 2015

Wie wäre es wenn wir alle in Grandhotels leben würden?

Eine Vision: Wir alle leben in Grandhotels. Wir nutzen Kaminzimmer, Bars, Essräume, Bibliotheken, Kinderspielräume, Gärten gemeinsam, dazu hat jeder sein eigenes Schlafzimmer oder Doppelzimmer, Kinderzimmer sind dazu buchbar. Je nach Lebenssituation kann man im Hotel ein Zimmer weiterziehen oder die Verbindungstür zu dem Nachbarzimmer nutzen um die Eltern zu pflegen oder den Nachwuchs auszuquatieren. Statt bisher 50qm pro Person, benötigen wir auf einmal nur noch 22qm pro Person, 20 fürs Zimmer und 2 als Anteil an den Gemeinschaftsräumen. Dadurch spart man große Flächen voll Einfamilienhaussiedlungen und hat eine riesigen Verminderung von Außenwandflächen. Eine beheizte Hülle für alle, der Rest ist Natur oder eher renaturiert.

Auf einmal lohnt sich alles – solide Möbel, Armaturen die 50 Jahre halten, effiziente Haustechnik, jeden Abend den Kamin anmachen…

Bezahlt werden die Zimmer wie Miete oder sie werden gekauft oder gebaut – jeder nach seinem Budget. Nachdem alle Siedlungsformen Stück für Stück in Grandhotels umgewandelt wurden, wählt man zwischen Hotelstädten oder frei stehenden Hotels, flachen oder Hochhäusern, Landhausstil oder Minimalistisch.

Die Lagerhaltung und das Kochen in großen Mengen ist viel energie- und zeitsparender als viele kleine Einzelkühlschränke und Miniprotionen. Jedem Hotel ist eine kreislaufbasierte Landwirtschaft zugeordnet wie die Teikei in Japan.

Und wer macht die ganze Arbeit, den Service, die Betten und wer ist der Arzt? Die Arbeit fällt nicht weg, sie wird nur weniger. In den Hotels arbeiten alle ein bisschen, statt Haushalt hat jeder ein bisschen Hoteldienst, statt bisher 11 Stunden Hausarbeit pro Woche 5 Stunden im Hotel pro Person. Dass die Menschen dann untereinander tauschen oder andere für Ihre zu leistenden Stunden bezahlen wird nicht ausbleiben. Die anderen Jobs wie Lehrer, Arzt, Bauer und Pilot bleiben wie bisher bestehen, jedoch müssen alle weniger also 50 oder 60 % der Zeit von heute arbeiten, da viele Jobs entfallen. Es gibt viel weniger Autos, viel weniger Produkte die erzeugt werden müssen, fast kein Essen wird weggeworfen. Dadurch entfallen sehr viele  Jobs in der Produktion. Die wenigen Dinge, die für die allgemeine Nutzung im Hotel produziert werden sind sehr gut durchdacht und lange haltbar.

Umziehen ist der einfache Wechsel des Zimmers mit einem Koffer, wir können sesshaft oder nomadisch sein, verschiedene Klimazonen testen und sind alle Gäste einer globalen nachhaltigen Hotelkette.

Die Idee stammt von Hans Widmer.

Unter http://neustartschweiz.ch/de/blog/pm-die-grand-hotel-verschwoerung-von-2014  gibt es einen längeren Text mit vielen Zahlen und Fussnoten.

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Inspirationen & Ideen

14. März 2015

Nachhaltige Leuchten: David Trubridge – Bambusleuchten in minimaler Versandverpackung

Die dargestellten Leuchten von David Trubridge sind aus schnell nachwachsendem Bambus  als Zweitprodukt von einer Bambussprossenfarm. Daraus wird unter Verwendung von formaldehydfreiem Kleber Bambus-Sperrholz hergestellt. Die naturfarbenen Leuchten sind daraufhin mit Naturölen geölt.

Die Firma achtet sehr auf Nachhaltigkeit. Innerhalb der Firma wird auf flexible, familiengerechte Arbeitszeiten und gute Arbeitsbedingungen geachtet.  Der Strom ist zu 100% aus erneuerbaren Quellen.

Alle Produkte sind so gestaltet, dass mit einem minimalen Materialaufwand ein maximaler Effekt erzielt wird. Die Verpackung, in der das Produkt zu 1/40 seines späteren Volumens verschickt wird, ist komplett aus Karton. Das Produkt wir dann mit Hilfe eines Videos auf der Internetseite vom Kunden selbst zusammengesetzt.

Für eine Zertifizierung hat sich die Firma  auf Grund der hohen Kosten, die für jedes einzelne Produkt entstehen würden, nicht entschieden.

Für die Kunststoffstecker, welche die einzelnen Elemente verbinden wird gerade noch eine Alternative in Form von PLA-Plastik für das Polycarbonat entwickelt.

Alles in allem ein sehr überzeugendes Produkt in Bezug auf den Nachhhaltigkeitsgedanken.

http://www.davidtrubridge.com/

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Leuchten Nachhaltige Produkte

30. Januar 2015

DeVorm – Stühle mit Sitzschalen aus PET-Filz

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Auf meinem Rundgang auf der IMM 2015 in Köln war ich natürlich auf der Suche nach neuen nachhaltigen Produkten und Materialien. Eins meiner Fundstücke, welches aus Designaspekten und nachhaltigen Gesichtspunkten überzeugt: Der Stuhl LJ2 von DeVorm. Er besteht aus einem schlichten Stahlrohrgestell und einer gepressten Sitzschale aus PET-Filz, ein Material welches aus Fasern von gebrauchten PET-Flaschen hergestellt wird.

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Möbel Nachhaltige Produkte

11. Oktober 2014

Leder aus Fischhaut – Mermaid Leather aus Australien

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Mermaid Leather, gegründet 1989 von zwei Fischern in Esperance im Westen von Australien, produziert aus Fisch und Haihäuten Leder. Die Häute werden aus den umliegenden Fischfabriken bezogen und kein Fisch muss extra für das Leder sterben. Rochenleder wird schon lange in der Luxusgüteridustrie verwendet. Leder von Karpfen, Barramundi, Rosa Snapper oder  Lachs bietet jedoch auch eine hohe Reißfestigkeit und interessante Oberflächen.

Besonders interessant unter nachhaltigen Gesichtspunkten sind die erdige Farbtöne, da diese ohne künstliche Farbstoffe auskommen, sie werden mit Gummibaum, Akazie oder Eukalyptus gefärbt.

Die Häute messen meist 50×12 cm. Eine Wandverkleidug durch Verbinden mehrerer Teile oder Details im Möbelbau kann man sich sehr gut vorstellen.

Die Herstellung des Leders verläuft in sieben Schritten über sechs Wochen: Aus der Fischproduktion werden die Häute von Fischfleisch befreit, dann werden die Schuppen entfernt und als Dekomaterial verkauft. Danach werden die Häute gewaschen, gebeizt, gefärbt und getrocknet. Am Schluss wird eine Schutzschicht aus Harzen, Wachsen und Polymeren aufgebracht.

http://mermaidleather.com.au/

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14. September 2014

Holz lebt – Dielenboden aus Märkischer Kiefer

“Holz Lebt” ist eine Firma aus Brandenburg, die auf dem Kampagnen-Prinzip (wie die Teekampagne von Günter Faltin) beruht. Das bedeutet, es gibt jedes Jahr eine begrenzte Menge an Dielen in gängigen Längen mit Schwerpunkt auf waldschonendem Wirtschaften. Zum Beispiel wird nur im Winter, bei günstiger Mondphase und nur im regionalen Umkreis eingeschlagen.

Die Dielen werden genau dann aus über ein Jahr getrocknetem Holz gefertigt, wenn sie benötigt werden und liegen nicht auf Lager. Denn lange liegen sollten sie erst am Ort ihrer Verlegung. Der Kreislauf zieht sich über hundert Jahre – so lange wie die Kiefern im Wald stehen, bis die Dielen aus Ihnen gefertigt werden. Wenn dann aus einem Jahr nichts mehr da ist – muss halt bis zur nächsten Kampagne gewartet werden.

Durch die Spezialisierung auf traditionelle Dielenböden aus Märkischer Kiefer wird ein Produkt sehr gut durchdacht. Durch das Wissen um die wirklich wichtigen Dinge bei einem Dielenboden wie das Fällen zur richtigen Zeit, das Aufschneiden des Stamms, die Trocknung, welche Brettseite nach oben gehört, die Fugenbreiten und vieles mehr, erhält man einen echten Dielenboden – wie den beliebten Dielenboden in einem 100 Jahre alten Altbau – ohne Verklebungen, Dreischichtigkeit, Entlastungsnuten auf der Rückseite und andere Hilfsmittel der modernen industriellen Dielenbodenproduktion.

www.holz-lebt.de

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Böden Nachhaltige Materialien

07. Juli 2014

NeptuTherm – Dämmung aus dem Meer

Bei den Neptunbällen handelt es sich um von den Wellen zusammengerollte Fasern der Posidonia-Pflanze aus dem Mittelmeer. Die Bälle werden von den Wellen an der Strand gespült und dort von Einheimischen für die Firma NeptuTherm gesammelt statt von der Strandreinigung verbrannt zu werden.

Der daraus gewonnene Dämmstoff  NeptuTherm brennt (B2) und schimmelt (Klasse1) von Natur aus nicht, d.h. keine zusätzliche chemische Behandlung ist notwendig.

NeptuTherm kann man zur Dämmung der obersten Geschossdecke und zum Dämmen von Hohlräumen in Dach und Wand durch Stopfen oder Einblasen nutzen.

Zur Entsorgung kann das Material unter Gartenerde gemischt werden.

Preise für die jeweiligen Aufbaustärken findet man unter http://www.neptugmbh.de/preise-fuer-neptutherm-3/

Bildquelle: NeptuTherm

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Dämmung Nachhaltige Materialien

13. Juni 2014

Ausstellung im KIT in Düsseldorf – Pauline M’barek

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Im Moment zeigt das KIT – Kunst im Tunnel in Düsseldorf  im Rahmen der Quadriennale 2014 eine Ausstellung  von Pauline M’barek.

Es ist unglaublich schön wie sich die Ausstellung in die Architektur des “Restraumes” des Rheinufertunnels einfügt.

Aus innenarchitektonischen Gesichtspunkten ist das hinterleuchtete Spiegelglasband sehr gut gemacht und ließe sich so auch für Barregale mit Alkoholika oder ähnliche Produktpräsentationen umsetzten. Ich will hier nicht den Zauber auflösen, aber ich weiß wie der Effekt erzielt wird.

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